Kommentare zu meinen Gedichten

Vieler meiner Texte (heute lange nicht mehr alle die ich schreibe) werden auch in Internetforen von den dortigen Usern bewertet wenn ich die Gedichte dort einstelle. Eine Reihe besonders schöner und auch fragwürdiger Kommentare die mich sehr berührt haben, möchte ich hier abbilden.

 

 

Die letzte Kiste

Ich half Dir nicht,
obwohl die letzte Kiste
die Unsere war.
Rechtzeitig verschanzte
ich mich hinter meinem
starken Entschluß.
Dort stand ich,
weinte durchs Fenster
und sah runter zu Dir
wie in Sekunden Jahre
die Straße entlang gingen.

 

die letzte Kiste

…hab mich extra eingeloggt um dir zu schreiben wie genial dein gedicht ist und dass es mich extralang hat auf die straße glotzen lassen, weil ich wohl darauf wartete dass einer vorbeikam, der mir ne antwort gibt auf meine gedanken , die da kamen,nach diesem gedicht. (Anne22)

…hat mich tief berührt
und zu tränen gerührt.
so viel gesagt mit so wenigen worten – genial!

bitte mehr davon

(technomad)

 

Was Wut erzählt

Irgendwann, schlugen
wir blind
Nägel in das Holz,
in dem unser Schicksal wohnte.

Die Splitter kehrten
wir gemeinsam zusammen,
als wir
die blutenden Wunden verbanden
aus denen noch Liebe floss.

einfach nur…

Es ist ein grausames, arg zu reales, fast verletztendes Werk…
aber genau das, ist es, was mich so fasziniert und es wirken lässt.

Wirklich ausgesprochen grob,kraftvoll und dennoch voll sanfter Liebe,
man Spürt das Band welches dort aufgewiesen wird.

einfach nur Gelungen.

(Lautes Schweigen)

 

Wenn dich Dunkel umgibt

Aus den Sternen
werd ich dir
eine Sonnenblume basteln.

Ans Bett,
stelle ich sie dir,
damit sie dich anstrahlt,
wenn dich Dunkel umgibt.

Sieh, dies ist
deine Milchstraße,
an deren Ende
ich wache.

Komm,
wir werden Atome spalten,
damit die Welt
unsere Explosionen sieht.

Lieber Stefan,

dein Gedicht, zumindest sein Titel, hat mich spontan an Simon and Garfunkels „Bridge over troubled water“ erinnert, in dem es ja auch um Geben, Trösten, Helfen und Beschützen eines guten Freundes oder einer geliebten Person geht.

Schon eine tolle Idee mit der strahlenden Sternensonnenblume am Bett des Patners. Hat mir mind. so gut gefallen wie ihr Bezug zur persönlichen Milchstraße, ist halt ein typisches Expresslebild vom Feinsten.

Im Übrigen schließe ich mich gerne den Worten von Peter n. an, der es mal wieder mit unvergleichlich treffenden Worten auf den Punkt bringt. Daher möchte ich seinen Kernsatz hier noch einmal gesondert als Zitat herausstellen:

Trost schenken, wenn einem das Leben dunkel erscheint und dann den Geliebten weiter treiben, vorantreiben – zeigen, dass Liebe hell strahlen kann.

Die symbolische Atomspalterei zum Schluss transpotiert für mich pure Lebensfreude und Lust am Ausschöpfen aller Potentiale, bis hin zum Exhibitionismus, dieses überströmende Lebensgefühl auch aller Welt als Anregung explosionshaft zu zeigen, was viele Menschen leider als Belästigung empfinden, ziehen sie doch ihr graumäusiges Duckerdasein solch demonstrativ geäußerter Lebensfreude vor. Hoffentlich lesen einige von ihnen diese wunderbare Gedicht und denken um.

Sehr beeindruckt gelesen und freudig kommentiert.

Liebe Grüße
crux

Regen, einfach Regen

rieselt,
tropft,
platscht,
wie Musik auf die Straßen.
Erinnerungen versinken vielleicht
zwischen den leeren Bahnsteigen
oder trommeln wieder
Lebensgeister in mir wach.

Allein –
doch mit tausend Tropfen,
die erzählen sogar mir noch
das Blaue vom Himmel.

Regen, einfach Regen
sammelt sich
in den klaren Pfützen,
lacht hinauf zu mir
bis kein Sehnen
mehr aus meinen
Augen rinnt.

Auch ich melde mich schnell zu Wort:

ich liebe Regen! Es gibt nichts deprimierenderes und schöneres als Regen! Es ist, als würdest du mir mit diesem Gedicht aus der Seele sprechen. Dieses Gefühl eben, wenn man sich Regen anschaut… sehr schön.

Bei der Zeile „erzählen mir das Blaue vom Himmel“ musste ich doch sehr schmunzeln… Definitiv auch mein Highlight!

(Pfote)

 

 

        Treffpunkt Leben

Mit dem Leben treffen,
mich nackt auf den Straßen zeigen
und in die Schaufenster steigen.

Mit der Liebe tanzen,
Dich an Häuser malen,
mit Farbe, die niemals verwischt.

Mit mir sein,
wie der Tag zur Nacht,
nicht warten,
bis irgendwer ein Licht anknipst.

Hallo Kerlchen40,

„…mich nackt auf der Straße zeigen“?!

Hä? Outet sich hier etwa ein Exhibitionist?

Leider nein. So einfach macht Kerlchen es sich und dem Leser ja nie. (Zumindest mir nicht)
Vor meinem geistigen Auge entsteht eine ganz andere Figur des LI Und, um es gleich vorweg zu sagen, poetischer und einfühlsamer kann man sie fast nicht beschreiben:
Da ist ein LI, das keine Maske braucht, um sich wohl in seiner Haut zu fühlen. Ein LI, das genau so geliebt werden will, wie es ist. Und wenn es liebt, dann liebt es bedingungslos, ehrlich, bewusst naiv, hinterfragt nichts und wünscht sich, dass alle an seinem Glück teilhaben. (Mit Farbe, die niemals verwischt) Zuerst meinte ich hier, einen Verbesserungsvorschlag anbringen zu müssen. Klänge es nicht besser, bzw. wäre es nicht treffender, zu schreiben: …die niemals verblasst“? Also eine Liebe, die möglichst ewig hält? Aber nein, ich glaube, darum geht’s hier nicht. „Verwischt“ passt sogar sehr gut. Der/Die Verliebte (in wen? in was? in sich? egal!) wünscht sich, dass er/sie nicht zu früh enttäuscht wird vom Banalen, vom Alltäglichen.
Es weiß, das wird nicht gelingen. Aber das macht erst mal gar nix. Erst mal zählt nur das unbeschreiblich gute Gefühl, das Genießen dieses glücklichen Momentes. Das LI ist Realist genug, um zu wissen, dass das nicht so bleibt. Ist aber mit sich im Reinen, kennt Höhen und Tiefen, so wie es Tag und Nacht kennt. Es wird spüren und nicht verzweifelt sein, wenn diese glückliche Zeit endet, in der Gewissheit, dass ein neues Glück kommen wird, so wie der Nacht der neue Tag folgt. Das passiert und das muss ihm keiner erklären: „ nicht warten,
bis irgendwer ein Licht anknipst!“
So habe ich es empfunden und möglicherweise hat der Autor es ganz anders gemeint. Aber das ist mir scheißegal. So habe ich das Gedicht gelesen, bewundert und so hat es mich berührt.

(M)ein wahrhaft lyrischer Lichtblick in all dieser novembergrauen Trostlosigkeit.

eddigeh)

 

Liebe bleibt

In den Briefen
auf verstaubten Seiten
ist Vergangenes geschrieben,
auch wenn wir längst
Namen und Stadt
der Bedeutungslosigkeit
übergeben haben.

Gegen all jene Momente,
die mich streifen,
manchmal nachts,
wenn die Stille
Regale sortiert
und etwas auf meinen
Dielenböden knarrt,
mag ich keine
Waffen tragen.

Ein paar Ecken
sind immer frei,
wenn mein Herz
leise Töne schlägt
und sich
zu den Erinnerungen legt.

 

Es ist ja nicht nur so, dass Du hier vielen Lesern aus dem Herzen sprichst, sondern auch, dass Dein Gedicht rückschließen lässt auf eine reife Person: Einer, der sich sozusagen das Hemd herunterreißt und für das einsteht was er ist, denkt und fühlt.
Soviel ungeschminkte Aufrichtigkeit ohne Trauerflor und Trotz berührt sehr. Und zwar auf eine Art und Weise, die das Herz freut.

Du hast Deinen eigenen Groove gesucht, Deine Melodie? In diesem Gedicht ist alles perfekt vereint, aufeinander abgestimmt und zeugt von menschlicher, nicht akademischer kalter Weisheit.

Danke, dass ich in Zeiten eng verdrillter, kopflastiger Intelektualdichter noch auf ein solches Maß an unprätentiöser Aufrichtigkeit stoßen kann.

lg/Peter

Liebes Kerlchen,

vor nicht allzu langer Zeit, habe ich mich in einer Situation empfunden,
die wir, wenn ein Mensch von uns geht, unbedacht Verlust nennen.
Ob es nun durch Trennung, Tod oder einen anderen Umstand geschieht,
ist, für das was ich sagen möchte, zweitrangig.

Keiner denkt daran, dass man Verlusten immer etwas Positives abringen kann,
auch wenn es schwer fallen mag.
Für mich ist dies Positive an erster Stelle die Einsicht, dass nichts in unserem Leben
den Stempel der Selbstverständlichkeit aufgedrückt bekommen sollte, doch ist das nicht alles.
Geht jemand oder etwas von uns, denken wir endlich über die Dinge nach,
die uns gemeinsam widerfahren sind, die Gefühle bestärkten, Ängste nahmen usw.
Das Resultat aus dieser Reflektion ist das, was mir auch so sehr am Herzen liegt –
Wenn Vergangenes aus Distanz betrachtet kann die Erinnerungen daran im Guten verweilen. Nun, bevor ich abschweife:

Es ist schön, dass ich mich in Deinem Gedicht wiederfinden konnte.

Sollte ich falsch liegen,

bitte korrigiere mich.

Liebe Grüße aus nicht allzu weiter Ferne,

iho

Holla Kerlchen

Das gefällt mir, das gefällt mir sogar unglaublich gut. Habe in letzter Zeit quasi eben diese nicht um mal was dazu lassen aber hier komme ich wohl nicht drum herum. Ja, Liebe bleibt. Alleine schon der Titel gefällt mir, denn wenn man eine Person geliebt hat, vergisst man sie nie so ganz. Selbst wenn man sich es erwünscht. Denn ein kleiner Funken „Liebe“ bleibt immer zurück. Die schönen Momente, die gemeinsamen Sekunden die man so genossen hat. Wunderbar.
Soviel zum Titel

Inhaltlich hast du mich auch volle Breitseite erwischt.
Denn nicht das drumherum ist das wichtige, sondern das was das Herz auch nach Jahren noch erzählt. Namen und Orte sind Schall und Rauch

oder so ähnlich

Die Geborgenheit findet man doch immer, vor allem immer genau dann, wenn man der Melancholie alle Türen öffnet und dem Herzen den Weg zu den Erinnerungen bereitet. So dass sie sich austauschen können und zusammen schwelgen können.

Sogar das Bild des Herzens, dass sich (wehmütig?sehnsüchtig?) zu den Erinnerungen legt und sanft ankuschelt lässt mich nicht schaudern, sondern angenehm grinsen.

Danke für dieses schöne Gedicht.
Melancholisch schwelgende liebe Grüße

Leif

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